Hintergrundinformation zum Nationalen Qualifikationsrahmen

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist in seinem Kern ein Transparenz-, Vergleichs- und Übersetzungsraster, der die Vielzahl nationaler und sektoraler Qualifikationen europaweit gegenseitig vergleichbar und verstehbar macht. Er umfasst das gesamte Bildungs- und Qualifizierungssystem von der allgemeinen über die berufliche Aus- und Weiterbildung bis hin zur hochschulischen Bildung und der nicht formalen und informellen Bildung. Der EQR und seine Gliederung in acht Referenzniveaus sollen den Qualifizierungssystemen der Mitgliedsstaaten als Referenzrahmen für die Strukturierung und Zuordnung der nationalen Qualifikationen zu den europäischen Referenzebenen dienen.
 
Die Qualifikationen, die durch diesen Rahmen miteinander in Bezug gesetzt werden, fokussieren auf Lernergebnisse in den Kategorien Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen. Diese Lernergebnisse bilden in Anbetracht der Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten und Abschlüssen in Europa eine gemeinsame und europaweit versteh- und nachvollziehbare Basis der Beschreibung der Qualifikationen, unabhängig von Institutionen oder Lernzusammenhängen.
 
Im Zusammenspiel mit einem Instrumentarium für Lernende und gemeinsamen Verfahrensprinzipien in der europäischen Zusammenarbeit ist es eine Hauptaufgabe des EQR, die Verwirklichung des Lebenslangen Lernens zu fördern, um die formale und informale Anerkennung von Qualifikationen auf dem nationalen und europäischen Arbeitsmarkt und am Bildungsmarkt zu unterstützen.
 
Bei der Tagung des Rates der EU (Bildung, Jugend, Kultur) am 13. und 14.11.2006 wurde dem Entwurf für einen Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) zugestimmt und der Abstimmungsprozess mit dem Europäischen Parlament in Gang gesetzt. Der Konsultationsprozess zur Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens zeigte in den Mitgliedstaaten der EU eine breite Zustimmung für ein solches lernergebnisorientiertes Rahmenmodell. Um die Zuordnung von nationalen Bildungsabschlüssen und Qualifikationen in den EQR zu erleichtern, hat man sich im Rahmen dieses Konsultationsprozesses auch in Österreich für die Entwicklung eines Nationalen Qualifikationsrahmens ausgesprochen, der alle Bildungssektoren umfassen soll.
 
Ziel ist die Beteiligung Österreichs am Europäischen Qualifikationsrahmen und darauf Bezug nehmend die Entwicklung eines Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) mit 8 oder mehr Referenzniveaus, der an den europäischen Rahmen gekoppelt werden kann und alle Bereiche der Bildung umfasst. Die Zuordnung erfolgt mittels Beschreibung der einzelnen nationalen Qualifikationsstufen mit einem Ansatz, der auf Lernergebnissen aufbaut und auf die Anforderungen des österreichischen Arbeitsmarktes ausgerichtet ist.   
   

Um eine gesicherte Kommunikation zwischen dem Hochschulbereich und dem BMWF sicherzustellen, hat das BMWF einen eigenen Beirat eingerichtet. In diesem Beirat sitzen neben Vertretern aus der Hochschulsektion die Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterÖsterreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterÖsterreichische Universitätenkonferenz, Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFachhochschulrat (FHR), Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFachhochschulkonferenz (FHK), Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterAkkreditierungsrat, Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBologna Follow-up Gruppe und die Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterÖsterreichische Qualitätssicherungsagentur (AQA). Der Beirat tagt regelmäßig und wird einen wichtigen Beitrag bei der Erarbeitung der Position des Hochschulsektors zum NQR leisten.

 

Weiters wurde in Österreich eine nationale Steuerungsgruppe bestehend aus den Bundesministerien sowie den Sozialpartnern eingerichtet. Aufgabe dieser im Sommer 2007 eingerichteten nationalen Steuerungsgruppe ist es, anhand von in Auftrag gegebenen Studien einen nationalen Qualifikationsrahmen zu entwickeln. Diese Studien sind nun abgeschlossen und es wurde ein erstes Konsultationspapier ausgearbeitet, zu welchem alle betroffenen Institutionen Stellung nehmen können. Die ebenfalls beigefügten Studien ("Vertiefende Analysen") dienen als Information des Wissenschaftlerkonsortiums.

 

Hauptanliegen dieser Konsultation, welche am 30. Juni zu Ende ging, war es, sachlich begründete Stellungnahmen aller Betroffenen zu Lösungsansätzen zur Erarbeitung und Umsetzung eines Nationalen Qualifikationsrahmens in Österreich zu erhalten. Insgesamt sind 264 Stellungnahmen eingegangen.


Schlussendlich fanden eine Reihe von Veranstaltungen zum NQR statt. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, den EQR und NQR den betroffenen Personen zu erläutern, sowie eine Möglichkeit zu geben, Stellung zum Konsultationspapier und allgemein zum NQR zu nehmen. Neben dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung haben auch die Österreichische Universitätenkonferenz und die Fachhochschulkonferenz Veranstaltungen zum Thema abgehalten.

 

Aus Anlass der Annahme des EQR durch Parlament und Rat, hat die Europäische Kommission folgende Broschüre zum EQR veröffentlicht.

Deutsche Version Startet den Datei-DownloadPDF (2 MB)

Englische Version Startet den Datei-DownloadPDF (2 MB)

In den unten stehenden Dateien finden Sie auch den endgültigen Text des Europäischen Qualifikationsrahmens EQR. Alle Informationen zu den abgehaltenen Veranstaltungen finden Sie im Punkt Veranstaltungen. Die abgegebenen Stellungnahmen in der Konsultationsphase finden Sie im Punkt Stellungnahmen. Im Online Magazin Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBridges ist ein Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterArtikel über den NQR in englischer Fassung erschienen.

Im Punkt Stellungnahmen finden Sie alle 264 Stellungnahmen, Startet den Datei-DownloadPDF  die im Rahmen des Konsultationsprozesses abgegeben worden sind. Zur besseren Übersichtlichkeit, wurden die Stellungnahmen nach den verschiedenen Bildungssektoren geordnet.

 

Internationale Projekte zum Thema

 

HE_LeO – Competence Orientation and Learning Outcomes in Higher Education
Dieses Leonardo-da-Vinci Pilotprojekt  stellt den Versuch dar, das Thema Lernergebnisorientierung aufzugreifen und die Diskussionsstränge zur Entwicklung von Qualifikationsrahmen und der Implementierung des Bologna-Prozesses  zu verbinden. Zehn Institutionen (Universitäten und Ministerien) aus fünf europäischen Ländern (Österreich, Deutschland, Ungarn, Bulgarien und Spanien) haben für das Projekt Beiträge und Fallbeispiele zum Entwicklungsstand auf nationaler und institutioneller Ebene sowie auf Ebene der Curriculumsentwicklung geliefert.
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.he-leo-project.eu/

 

Dateien

weitere Informationen zum Thema: