Schwedische Delegation bei der SAN

Studierendenanliegen und Qualitätssicherung im Hochschul-Alltag im schwedisch-österreichischen Vergleich

Während einer Arbeits-Visite am 3. und 4. Dezember 2009 in Wien besuchte eine sechsköpfige Delegation der schwedischen Hochschulagentur „Högskoleverket HSV“, die dortige Partnerorganisation der Studierendenanwaltschaft im Bereich Studierendenanliegen und Qualitätssicherung, mehrere Hochschulinstitutionen, Interessensvertretungen, Akkreditierungsbehörden und das Büro des österreichischen Hochschulombudsmannes. Ziele der Vor-Ort-Gespräche sowie Diskussionen mit Expertinnen und Experten bei Hochschulinstitutionen und Betreuungseinrichtungen waren Informationssammlung und Aufbereitung zu Fragen der Studierendenrechte im Tertiärsektor in Österreich, zum Beschwerdemanagement anhand ausgewählter Institutionen sowie zur Qualitätssicherung und Akkreditierung im Hochschulbereich.

 

Die Mitglieder der Delegation waren durchwegs Angehörige der Rechtsabteilung (Juridiska Avdelningen) der schwedischen Hochschulagentur, zu deren Hauptaufgaben die Sicherstellung der Einhaltung einschlägiger Gesetze und Regelungen im Hochschulbereich sowie Informationstätigkeit für alle Hochschulangehörigen gehören. Die Delegation wurde von Eva Westberg, der Leiterin der Rechtsabteilung, angeführt. Nach der Präsentation der Aufgaben und Leistungen der Studierendenanwaltschaft und der Abteilung für internationales Hochschulrecht im Wissenschaftsministerium wurden Rechtsschutz für Einzelpersonen und Rechtsaufsicht in konkreten Anlassfällen diskutiert und Vergleiche zwischen den beiden Ländern angestellt. Auch das österreichische System der Akkreditierung und Qualitätssicherung im Bereich der (in Schweden unbekannten) Privatuniversitäten wurde präsentiert.

 

Der erste externe Besuch galt dem österreichischen Parlament, wo eine Aussprache mit der Wissenschaftssprecherin der ÖVP, Frau Univ.-Prof. Dr. Beatrix Karl, zu aktuellen hochschulpolitischen Themen stattfand. Es folgte ein Besuch bei der ersten Ombudsfrau an einer österreichischen Fachhochschule, Frau Professor Monika Petermandl an der FHW der Wirtschaftskammer Wien mit anschließender Diskussion über die mögliche Dezentralisierung von Ombudsstellen bzw. deren Vor- und Nachteile.

 

Den ersten Tag des Arbeitsbesuches beschloss ein Besuch an der Universität Wien, der mit rund 86.000 Studierenden nach wie vor größten Universität Österreichs. Dort stellten die Dienstleistungseinrichtung Studium und Lehre sowie der student point, ihre Kernaktivitäten darstellten. Auf Initiative der schwedischen Delegationsmitglieder wurden abschließend das besetzte Auditorium Maximum sowie die „Volxküche“ besichtigt.

 

Die Beratung und Verwaltung (Datengenerierung, Bescheiderstellung, Berufungsverfahren) sowie das Beschwerdemanagement bei der österreichischen Studienbeihilfe bzw. der Parteienverkehr bei der größten Stipendienstelle Österreichs in Wien waren Programmpunkte zu Beginn des zweiten Tages des Arbeitsbesuches. Als nächste Station wurde der Geschäftsstelle des österreichischen Fachhochschulrates ein Besuch abgestattet. Dort wurde ausführlich über die Genehmigung und Verlängerung von Studiengängen, die Betreuung von Studierenden und ihren Anliegen sowie die für 2010 vorgesehene Neuausrichtung des Qualitätssicherungsmanagements im gesamten tertiären Bildungsbereich gesprochen.

 

Abschließend wurde die Ombudsstelle der österreichischen Nationalagentur für lebenslanges Lernen besucht, die bisher einzigartige derartige Einrichtung in Europa und deren Funktion dargelegt.

 

Eine Intensivierung der bilateralen Kooperationen und eine verstärkte Zusammenarbeit auch innerhalb des europäischen Netzwerkes der hochschulischen Ombudsdienste ENOHE (European Network for Ombudsmen in Higher Education) wurden vereinbart. 

Ein Gegenbesuch einer österreichischen Expertinnen- und Expertengruppe in Schweden, dem Ursprungsland des Ombudsmannes (dort 1809 erstmals beim schwedischen Reichstag eingerichtet)  ist in Vorbereitung. 

 

Foto: Schwedische Delegation bei der Studierendenanwaltschaft
Foto: SAN/BMWF

 

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