März 2008

Studienbeitrag an Universitäten bei doppelter Staatsbürgerschaft?

Einige Universitäts-Studierende besitzen mehrere Staatsbürgerschaften, doch wie wirkt sich das auf den Studienbeitrag aus? Besonders interessant ist diese Frage, wenn ein Studierender die Staatsbürgerschaft eines EWR-Landes und eine weitere Staatsbürgerschaft besitzt.

 

In diesem Fall sind die gesetzlichen Bestimmungen des § 91 Abs. 1 und 2 Universitätsgesetz 2002 heranzuziehen. Aus den dort gewählten Formulierungen ergibt sich, dass Studierende, die die österreichische oder eine andere Staatsbürgerschaft besitzen, einen Studienbeitrag von 363,36 € pro Semester zu entrichten haben und Studierende, die eine andere Staatsbürgerschaft besitzen, einen Studienbeitrag in der Höhe von 726,72 € pro Semester zu entrichten haben.

 

Wenn ein/e Studierende/r somit sowohl eine EWR Staatsbürgerschaft als auch eine andere besitzt, so ist er/sie aufgrund dieser Bestimmungen nur zur Entrichtung des Studienbeitrags für EWR-Staatsbürer/innen verpflichtet.

 

Sollte ein/e Studierende/r die Staatsbürgerschaft eines Landes haben, das in der Anlage 3 der Studienbeitragsverordnung aufgelistet ist, ist ihm/ihr aufgrund der Formulierung, unabhängig von einer allfälligen anderen Staatsbürgerschaft, der Studienbeitrag ebenfalls zu erlassen. 


Folgende Länder werden in Anlage 3 aufgelistet: Äquatorialguinea, Afghanistan, Angola, Äthiopien, Bangladesch, Benin, Bhutan, Burkina Faso, Burundi, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Haiti, Jemen, Kambodscha, Kap Verde, Kiribati, Komoren, Kongo (Demokratische Republik), Laos (Demokratische Volksrepublik), Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Malediven, Mali, Mauretanien, Mosambik, Myanmar, Nepal, Niger, Ruanda, Salomonen, Sambia, Samoa, Sao Tome und Principe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania (Vereinigte Republik), Timor-Leste, Togo, Tschad, Tuvalu, Uganda, Vanuatu, Zentralafrikanische Republik.

 

Studierenden, die die Staatsbürgerschaft eines der folgenden Länder besitzen, kann (zumindest) ein Teil des Studienbeitrags erlassen werden:


Ägypten, Albanien, Algerien, Anguilla, Antigua und Barbuda, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Barbados, Belize, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, Cookinseln, Costa Rica, Côte d‘Ivoire, Dominica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Fidschi, Gabun, Georgien, Ghana, Grenada, Guatemala, Guyana, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran - Islamische Republik, Jamaika, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Kolumbien, Kongo, Korea - Demokratische Volksrepublik, Kroatien, Kuba, Libanon, Malaysia, Marokko, Marshallinseln, Mauritius, Mayotte, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien - Föderierte Staaten von, Moldau, Mongolei, Montserrat, Namibia, Nauru, Nicaragua, Nigeria, Niue, Oman, Pakistan, Palästinensische Gebiete, Palau, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Rumänien, Saudi-Arabien, Serbien und Montenegro1, Seychellen, Simbabwe, Sri Lanka, St. Helena, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Südafrika, Surinam, Swasiland, Syrien - Arabische Republik, Tadschikistan, Taiwan, Thailand, Tokelau, Tonga, Trinidad und Tobago, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Turks- und Caicosinseln, Ukraine, Uruguay, Usbekistan, Venezuela, Vietnam, Wallis und Futuna, Weißrussland.

 

Aufgrund der Formulierung der gesetzlichen Bestimmung ist auch hier eine allfällige weitere Staatsbürgerschaft nicht zu berücksichtigen, es handelt sich jedoch nur um eine Kann-Bestimmung, die offensichtlich von den Universitäten sehr unterschiedlich angewendet wird.

 

 

 

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