Finanzierungsstruktur von Universitäten

"Internationale Erfahrungen zum Verhältnis zwischen Basisfinanzierung und kompetitiver Forschungsfinanzierung" von Karl-Heinz Leitner (ARC), Werner Hölzl (WIFO), Brigitte Nones (Joanneum Research), Gerhard Streicher (Joanneum Research)

Die Studie wurde im Auftrag des BMWF im Rahmen von tip (technology – information – policy consulting) erstellt. Sie gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Strukturen der Forschungsfinanzierung von Universitäten in ausgewählten Ländern unter Einbeziehung des jeweiligen nationalen Kontextes und des festzustellenden Forschungsoutputs. Als Vergleichsländer wurden die Schweiz, die Niederlande, Großbritannien, Finnland und Schweden herangezogen, im Zuge der Recherchen auf Kurzporträts der Länder Deutschland, Dänemark, USA, Australien, Neuseeland und Kanada ausgeweitet.

Interessenslage des BMWF: Gibt es Vor- und Nachteile für die Universitäten durch unterschiedliche Finanzierungsmodelle? Welche Anreize werden durch unterschiedliche Steuerungs- und Finanzierungsmodelle gesetzt? Welche Auswirkungen haben diese Finanzierungsmodelle auf Output, Impact und Ausrichtung der wissenschaftlichen Forschung? Gibt es einen optimalen Finanzierungsmix in Abhängigkeit vom nationalen Wissenschafts- und Innovationssystem bzw. welche Rolle spielt der nationale Kontext?

 

Ergebnisse: Interessantestes Ergebnis der Studie war, dass die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle keine evidenten Vor- bzw. Nachteile auf die Forschungsperformance liefern. Die Verwirklichung einer stärkeren Effizienz- und Outcomeorientierung, die programmatisches forschungspolitisches Ziel jedes der untersuchten Länder ist, bedeutet nicht zwangsläufig eine implizite Umschichtung hin zu vermehrter kompetitiver Projektförderung. Ein optimaler Finanzierungsmix ist vor allem von der konkreten Ausgestaltung bzw. Ausprägung der Universitätsfinanzierung, der öffentlichen Förderlandschaft und dem Wissenschaftssystem des jew. Landes abhängig.


Sehr wohl lassen sich jedoch Unterschiede und mannigfaltige Auswirkungen beobachten, die nicht durch Indikatoren gemessen werden wie z.B. Abhängigkeitsverhältnisse der Forscher/innen zu Förderungsfonds, Universitäten oder auch privaten Investoren, Themen und Zeitspanne von Forschungsprogrammen, Procedere der Forschungsanträge, stärkere Orientierung der Forscher/innen auf networking sowie Auswirkungen der steigenden Wettbewerbsorientierung auf den Forscher/innennachwuchs.


International gibt es jedoch kaum empirische Studien über die Auswirkungen der z.B. kompetitiven Mittelvergabe auf den Wissenschaftsprozess.


Die Ergebnisse der Studie fanden Eingang in ein Kapitel des Forschungs- und Technologieberichts 2007 (Kapitel 3.3 Forschungsfinanzierung von Universitäten im internationalen Vergleich).

 

Kontaktperson: Mag. Irene Danler

 

 

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