Beatrix Karl: Die Sterne holen wir uns selbst vom Himmel (FOTOS)
Wissenschafts- und Forschungsministerin lud Frauen in Wissenschaft und Forschung in die Strandbar Herrmann
"Die Sterne holen wir uns selbst vom Himmel" - unter diesem Motto lud Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl Montagabend,
30.08.2010, Frauen aus Wissenschaft und Forschung in die Strandbar Herrmann. In ihrer Begrüßung verwies die Ministerin auf zahlreiche erfreuliche Entwicklungen in den vergangenen Wochen und Monaten - und dennoch: "In einigen Köpfen muss sich noch Vieles ändern!" Nach einem Impulsreferat der amerikanischen Wissenschafterin
Heather Hofmeister, seit 2008 Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs und Berufungsbeauftragte der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, diskutierten Karl und Hofmeister unter der Leitung von "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid mit Cattina Leitner, Uniratsvorsitzende der Meduni Graz, der Archäologin und START-Preisträgerin Barbara Horejs sowie Kurt Koleznik, Generalsekretär der Fachhochschulkonferenz.
"Frauen müssen sich mehr zutrauen und typische Verhaltensmuster `abschütteln´", plädierte die Ministerin. Noch immer sei es häufig der Fall, dass Frauen in Wissenschaft und Forschung organisatorische und bürokratische Aufgaben übernehmen, während sich Männer auf die Forschung konzentrieren können. Ermutigende Signale sieht die Ministerin in zahlreichen erfreulichen Personalentscheidungen der vergangenen Wochen und Monate: So bekommt etwa die Veterinärmedizinische Universität Wien mit Sonja Hammerschmid eine Rektorin, die Fachhochschulen haben zwei Rektorinnen (Eva Werner, FH Krems; Barbara Schmid, FH St. Pölten) sowie acht Geschäftsführerinnen und auch die Privatuniversitäten haben zwei Rektorinnen (Marianne Betz, gleichzeitig auch Chefin der Privatuniversitätenkonferenz und Christa Them, Rektorin der UMIT in Hall/Tirol). Als weitere Beispiele nannte Karl etwa Dagmar Hackl, seit vier Jahren Rektorin der Pädagogischen Hochschule Wien, sowie Sylvia Cremer, die morgen als erste weibliche Professorin am IST Austria ihre Arbeit aufnimmt.
Beatrix Karl verwies auch auf die "Frauenpower am Minoritenplatz", werden doch zwei der drei Sektionen von Frauen geleitet (Barbara Weitgruber, Elisabeth Freismuth) und mit 1. August wurde die Stabstelle Gender & Diversity im BMWF eingerichtet. "Die Bereiche Gender & Diversity Management müssen auch Einzug in die Hochschulen halten", unterstrich Karl. Einen gewissen positiven Druck habe hier die Einführung der 40 Prozent-Frauenquote in allen Uni-Gremien erzeugt, die mit der Novelle des Universitätsgesetzes in Kraft getreten ist. "Ich freue mich auch, dass sich die uniko entschieden hat, eine Task Force für Gender & Diversity einzurichten", so die Ministerin weiter. Sie erwarte sich aber auch, dass diese Task Force rasch ein gleichberechtigtes Forum innerhalb der uniko wird.
Aus Sicht der Ministerin sind rechtliche Instrumente wie Bestimmungen zur Gleichbehandlung und Frauenförderung in den Gesetzen nach wie vor unverzichtbar. Neben neuen rechtlichen Standards an den Unis wurden auch im Bereich der außeruniversitären Forschung erste Schritte eingeleitet, damit auch dort vergleichbare Standards zur Frauenförderung und Gleichbehandlung gegeben sind, ebenso an den Fachhochschulen. In Abstimmung mit gesetzlichen Maßnahmen müsse man den Hebel mit entsprechenden Förderungsprogrammen ansetzen, wie etwa dem BMWF Programm "excellentia", das die Erhöhung der Anzahl der weiblichen Professuren an den heimischen Universitäten zum Ziel hat. Weiters unterstrich die Ministerin die Bedeutung von Programmen im Bereich der Nachwuchsförderung, wie etwa das Karriereentwicklungsprogramm beim Forschungsfonds FWF oder die Stipendien-Programme der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
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