Definitionen
Gender Mainstreaming
1. Gender Mainstreaming (GM) ist die geschlechterspezifische Sichtweise in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen, um Chancengleichheit für beide Geschlechter im Zugang zu Ressourcen und Entscheidungsmacht zu erreichen.
2. Es ist ein Leitprinzip, das von internationalen Organisationen (UNO, Europarat, EU) und auch von Österreich (Ratifikation des Amsterdamer Vertrags 1997 und Ministerratsbeschlüsse aus 2000, 2003, 2004) anerkannt wird. Somit muss jede Maßnahme in allen Politikbereiche, in allen Phasen von Planung und Entscheidung durch Einbeziehen aller Beteiligten aus der Sicht beider Geschlechter gesehen werden.
Gender Budgeting
Gender Budgeting (GB) ist die geschlechterdifferenzierte Analyse öffentlicher Haushalte und gleichzeitig ein Instrument zur Erreichung der de facto Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Haushaltsrechtsreform macht grundlegende Veränderungen notwendig; bei der Budgetierung sind fünf Wirkungsziele zu definieren, eines davon muss ein Genderziel sein. Im BMWF wird derzeit in Form von Pilotprojekten an der Implementierung von Gender Budgeting gearbeitet.
Frauenförderung und Diskriminierung
Frauenförderung zielt auf die Erhöhung der Chancen von Frauen in bestimmten Bereichen, in denen sie gegenüber Männern unterrepräsentiert oder diskriminiert werden. Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes bedeutet die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung bzw Benachteiligung auf Grund des Geschlechtes. Eine solche Ungleichbehandlung ist jedoch dann zulässig, wenn sie dem Ziel der Frauenförderung dient. Konkrete Vorgaben für den Bundesbereich finden sich u.a. im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz und in den
Frauenförderungsplänen der Bundesministerien.

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung