Forschungsfinanzierung: Drei-Prozent-Ziel im Visier

Niemals zuvor wurde in Österreich so viel in Forschung und Entwicklung investiert wie heute. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben sich in Österreich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Im Jahr 2007 wurden nach Schätzung der Statistik Austria rund 6,83 Milliarden Euro in F&E investiert, was einer Forschungsquote von 2,54 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 1998 konnten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung somit um 100 Prozent gesteigert werden. Damit ist Österreich eines der wenigen Länder der EU, das realistischerweise in der Lage sein wird, das Lissabon-Ziel der 3-Prozent-Forschungsquote bis 2010 erreichen zu können.


Ein wesentlicher Faktor in dieser Entwicklung waren die kräftigen Steigerungen der öffentlichen Budgets für Forschung und Entwicklung seit Mitte der 1990er Jahre:

  • In den von der Bundesregierung initiierten Technologieoffensiven wurden neben den ordentlichen Budgetansätzen der verantwortlichen Ressorts seither Sondermittel in der Höhe von mehr als 1.230 Millionen Euro eingesetzt.
  • Die Ausweitung der indirekten Forschungsförderung durch Forschungsfreibetrag und Forschungsprämie wird im Volumen seit 2000 auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.
  • Die 2004 eingerichtete Nationalstiftung – dotiert aus Zinserträgen gewidmeten Kapitals der Österreichischen Nationalbank und des ERP-Fonds – schüttet jährlich zwischen 100 und 125 Millionen Euro aus.

Diese Impulse aus öffentlichen Budgets haben aber auch überproportionale Steigerungen der Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung mit angestoßen. Seit 1998 hat die Wirtschaft ihre Investitionen in F&E mehr als verdoppelt. Eine Besonderheit der Forschungsfinanzierung in Österreich ist der im internationalen Vergleich weit überdurchschnittliche Anteil der Finanzierung durch ausländische Konzerne mit Headquartern in Österreich. Er bewegt sich seit Ende der 1990er Jahre bei bis zu 20 Prozent der Gesamtinvestitionen in F&E in Österreich.


Nicht zuletzt haben aber auch die Bundesländer durch kräftig steigende eigene Aktivitäten der Forschungs- und Technologiepolitik zum erfreulichen Trend beigetragen.

 

Betrachtet man die Entwicklung der Bruttoinlandsausgaben für F&E in den letzten Jahren, so zeigt sich, dass sie im Jahre 2007 um 8,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, um 45,9 Prozent über dem Niveau von 2002, um 69,6 Prozent über dem Niveau von 2000 und um 101,0 Prozent über dem Niveau von 1998 liegen werden.

 

Ein Vergleich der durchschnittlichen jährlichen Veränderung der Bruttoinlandsausgaben für F&E sowie der F&E-Finanzierung durch den Bund und durch die Wirtschaft mit der Entwicklung des nominellen BIP für den Zeitraum 1998 bis 2007 ergibt, dass der durchschnittliche jährliche Zuwachs des BIP seit 1998 3,8 Prozent beträgt, der der Bruttoinlandsausgaben für F&E 8,1 Prozent, der der F&E-Finanzierung durch den Bund 7,7 Prozent und der der F&E-Finanzierung durch die Wirtschaft 9,4 Prozent.

 

← Zurück zu Programme & Schwerpunkte