Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI)
Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) ist Österreichs führende Einrichtung für archäologische Grundlagenforschung. Seit seiner Gründung im Jahr 1898 konzentrieren sich die Forschungen des ÖAI auf Ägypten sowie den griechisch-römischen Kulturraum in Europa und den Mittelmeerländern mit Berücksichtigung sowohl der zeitlichen als auch der geographischen Peripherien.
Die Aufgaben des ÖAI werden von seinen Einrichtungen in Wien, Athen und Kairo wahrgenommen, wobei die Kernkompetenz des Instituts auf der Feldarchäologie mit all ihren Teilbereichen und auf kulturgeschichtlichen Analysen basierend auf den materiellen Hinterlassenschaften liegt. International bilden die Aktivitäten des ÖAI einen wichtigen Bestandteil der Kulturpolitik Österreichs. Das ÖAI verfügt über ein bedeutendes Bild- und Dokumentationsarchiv sowie die größte archäologische Fachbibliothek Österreichs.
Das zentrale Projekt des ÖAI ist Ephesos, mit dem eine von der Kupferzeit bis in die frühosmanische Epoche durchgehend besiedelte Stadt samt ihrem Umland als Forschungsgegenstand zur Verfügung steht. Gerade ein Langzeitprojekt wie die Forschungen in Ephesos bietet die Möglichkeit, Grundlagenforschung und Methodenentwicklung zu betreiben – und dies an einer der bedeutendsten Fundstätten des Mittelmeerraumes. Darüber hinaus versteht sich die Grabung Ephesos als Forschungsplattform, von der aus zahlreiche Kooperationsprojekte in der Türkei durchgeführt werden.
Bereits seit der Gründung des Instituts stellen archäologische Forschungen in Zentraleuropa einen Schwerpunkt der Aktivitäten des ÖAI dar: Der Fachbereich Zentraleuropäische Archäologie (ZEA) widmet sich der Erforschung des zentraleuropäischen Kulturraums von der späten Eisenzeit, über die Römerzeit bis in das Frühmittelalter. Die einzelnen Forschungsprojekte umfassen zum einen langjährige, auf einen Forschungsplatz bezogene Grabungsprojekte, zum anderen Einzelprojekte mit überregionalen Fragestellungen in den österreichischen Bundesländern und in den Anrainerstaaten.
Die Aufgabengebiete der Zweigstelle Athen umfassen die logistische Betreuung aller österreichischen archäologischen Unternehmen in Griechenland, die Unterhaltung einer Fachbibliothek und die Durchführung eigener Grabungsprojekte. Die Zweigstelle Athen des ÖAI ist zweifelsohne die bedeutendste archäologische Repräsentanz Österreichs im Ausland und eine national wie international geschätzte Forschungseinrichtung. Ihre Grabungsunternehmen konzentrieren sich auf die antike Landschaft Achaia in der Nordpeloponnes, wo mit Aigeira und Lousoi die Geschichte zweier Kleinstädte von der Urgeschichte bis in die Nachantike untersucht wird.
Wie das Schwesterunternehmen in Athen unterstützt auch die Zweigstelle Kairo sämtliche österreichische Forschungsunternehmen in Ägypten und betreibt mit Tell el-Daba zudem eine der bedeutendsten Siedlungsgrabungen in Ägypten. Darüber hinaus werden Grabungsprojekte in Luxor/Asasif, im Großraum von Assuan sowie in Sesebi im Sudan durchgeführt. Ein jüngst etablierter Forschungsschwerpunkt widmet sich der Akkulturation Oberägyptens in hellenistischer und römischer Zeit.
Die Finanzierung des ÖAI erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung. Zahlreiche Projekte werden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) sowie vom European Research Center (ERC) finanziell getragen. Darüber hinaus verfügt die Grabung Ephesos über einen hohen Anteil an privaten Fördermitteln aus Österreich und der Türkei.

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung