Forschungsland Österreich

Wer forscht woran?

Wer woran forscht und wie sich die Forschung in Österreich entwickelt, wird von den MitarbeiterInnen der Statistik Austria alle zwei Jahre erhoben. Der Artikel beschreibt die wichtigsten Ergebnisse der Vollerhebung aus dem Jahr 2007.

 

Neue Strukturen der Forschungsförderung und Forschungsfinanzierung sowie neue Formen der Kooperation in der Forschung haben die Forschungslandschaft in Österreich in den vergangenen Jahren stark verändert und dynamisiert.  Sie wird von den jetzt 21 vollrechtsfähigen Universitäten des Landes ebenso konstituiert wie von den rund 2.000 forschenden Unternehmen in Österreich, vorwiegend von klein- und mittelbetrieblichen Strukturen und einigen wenigen großen Unternehmen geprägt, wobei internationale Konzerne mit ihren Headquarters in Österreich einen gewichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, von dem Austrian Institute of Technology (AIT), der größten außeruniversitären Forschungsgruppe, bis zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der größten Institution der Grundlagenforschung außerhalb der Universitäten. Nicht zuletzt haben auch die Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut und sowohl in der Forschung selbst als auch in der Forschungsförderung neue Strukturen und Instrumente geschaffen.

 

Im Jahr 2007 wurden in Österreich in allen volkswirtschaftlichen Sektoren insgesamt 6.867,815 Mio. EUR für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) ausgegeben. Insgesamt sind 53.252 Menschen in Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt, knapp 60 Prozent davon als wissenschaftliches Personal. Die jüngste Vollerhebung der Statistik Austria zu Forschung und Entwicklung in Österreich aus dem Jahr 2007 zeichnet die Strukturen der Forschung nach: 

  • Wer arbeitet in Österreich an F&E?
    53.252 Menschen waren im Jahr 2007 in Österreich in der Forschung und Entwicklung beschäftigt (berechnet in Vollzeitäquivalenten), davon ein knappes Viertel Frauen. Von dieser Gesamtbeschäftigung in F&E sind gut 31.676 Personen dem wissenschaftlichen Personal (AkademikerInnen und gleichwertige Kräfte) zuzurechnen, davon rund 20 Prozent Frauen.
  • In welchen Sektoren sind ForscherInnen beschäftigt?
    Mehr als zwei Drittel der gesamten Beschäftigten in F&E – exakt 69,4 Prozent – sind im Unternehmenssektor tätig (zu dem die Statistik auch als Unternehmen organisierte Einrichtungen der kooperativen Forschung wie die Kompetenzzentren oder das Austrian Institute of Technology hinzurechnet). Ein Viertel – 25,6 Prozent – findet seine Beschäftigung im Hochschulsektor (zu dem die Statistik auch die Akademie der Wissenschaften und die Fachhochschulen zählt). 4,7 Prozent betreiben F&E in staatlichen Einrichtungen außerhalb der Universitäten. 
  • In welchen Sektoren wird geforscht?
    Forschung findet in der Hauptsache im Unternehmenssektor statt, exakt 70,6 Prozent aller F&E-Ausgaben fallen dort an. 23,8 Prozent der F&E-Ausgaben werden im Hochschulsektor abgewickelt. 5,3 Prozent der Aktivitäten entfallen auf andere staatliche Einrichtungen.
  • Woran wird geforscht?
    Die Statistik rechnet 17,5 Prozent der F&E-Ausgaben der Grundlagenforschung zu, die wiederum zu 68,7 Prozent vom Hochschulsektor getragen wird und zu 24,0 Prozent vom Unternehmenssektor. 35,4 Prozent der Gesamtausgaben werden für die Angewandte Forschung getätigt, wovon 65,2 Prozent im Unternehmenssektor und immerhin 28,6 Prozent im Hochschulsektor abgewickelt wird. 47,1 Prozent der Ausgaben schließlich entfallen auf Experimentelle Entwicklung, die zu 94,9 Prozent in den Unternehmen stattfindet.
  • Wo wird geforscht?
    In der regionalen Betrachtung der F&E-Ausgaben nach Bundesländern entfallen 38,1 Prozent aller Aktivitäten auf Wien. Die Steiermark folgt mit 18,6 Prozent, vor Oberösterreich mit 15,2 Prozent. Tirol (8,4 Prozent) und Niederösterreich (7,5 Prozent) rangieren dahinter. Kärnten kommt auf einen Anteil von 6,1 Prozent, Salzburg auf 3,1 Prozent, Vorarlberg liegt bei 2,5 Prozent und das Burgenland bei 0,5 Prozent.

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