Forschungsförderung
Neue Strukturen, differenziertes Portfeuille
Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung, der Wissenschaftsfonds (FWF), bildet gemeinsam mit der auf anwendungsorientierte Forschung ausgerichteten Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (AWS), einer Servicestelle für die unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung, ein Triumvirat der Forschungs- und Technologieförderung.
Ergänzt wird diese Struktur durch die Ludwig Boltzmanngesellschaft (LBG), die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) sowie das Austrian Institute of Technology (AIT).
In diesem institutionellen Rahmen kommt ein ausdifferenziertes Förderungsportefeuille zum Einsatz: Die lange Tradition der themenungebundenen Antragsförderung ist durch ein breites Feld an Bottom-up-Förderungsinstrumenten gekennzeichnet. In direkter Verbindung hat sich in den vergangenen Jahren eine Palette an Programmen, die klar definierten Zielsetzungen der Politik verpflichtet ist, herausgebildet.
Der Wissenschaftsfonds FWF ist der größte Förderer für Grundlagenforschung neben den Universitäten, seine Zielsetzungen sind:
- die weitere Verbesserung und Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wissenschaft
- die Steigerung der Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses
- die Stärkung des Bewusstseins, dass Wissenschaft ein wesentlicher Teil unserer Kultur ist
Das Programmportefeuille des FWF zur Stärkung des Wissenschaftssystems umfasst die Förderung von Spitzenforschung, den Ausbau der Humanressourcen und die Stimulierung der Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und allen anderen Bereichen des kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.
Förderung von Spitzenforschung
Einzelprojektförderung: Einzelprojekte
Schwerpunkt-Programme: Spezialforschungsbereich (SFB), Nationale Forschungsnetzwerke (NFN)
Auszeichnungen und Preise: START-Programm, Wittgenstein-Preis
Internationale Programme: Transnationale Förderungsaktivitäten
Ausbau der Humanressourcen
Doktoratsprogramme: Doktoratskollegs (DKs)
Internationale Mobilität: Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium, Lise-Meitner-Programm für ForscherInnen aus dem Ausland, Translational-Brainpower-Programm (BMVIT)
Karriereentwicklung für Wissenschafterinnen: Hertha-Firnberg-Programm, Elise-Richter-Programm
Stimulierung der Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und allen anderen Bereichen des kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens
Förderung anwendungsorientierter Grundlagenforschung: Translational-Research-Programm (BMVIT), Ausschreibung „Klinische Forschung“, proVISION (derzeit ausgesetzt)
Förderung künstlerischer Forschung: Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK)
Publikations- und Kommunikationsförderung: Selbstständige Publikationen, Übersetzungen von Selbstständigen Publikationen, Referierte Publikationen
Mit der Etablierung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) aus der Fusion von vier Förder- und Beratungsinstitutionen wurde im Jahr 2004 das in den 1960er Jahren etablierte System der Forschungsförderung in Österreich von Grund auf reformiert. Die FFG bündelt die wirtschaftsnahe Bottom-up-Förderung mit Programmansätzen zur thematischen Schwerpunktsetzung und zur Optimierung der Kooperationsstrukturen im Innovationssystem.
Die Basisprogramme der FFG, als themenfreie, ausschließlich nach Qualitätskriterien vergebene Innovationsförderung, unabhängig von österreichischen oder europäischen Schwerpunktsetzungen, sowie die Antragsförderung des FWF, bilden das Rückgrat der Forschungsförderung in Österreich.
Thematische Programme mit mehrjähriger Finanzierung unterstützen nationale und internationale Schwerpunkte. Sie greifen wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele auf (etwa in der Nachhaltigkeits- und Klimaforschung oder durch sozialwissenschaftliche Schwerpunktsetzung), verfolgen die Anbindung an europäische Technologietrends (etwa in den Luft- und Raumfahrtprogrammen) und fördern die Bildung kritischer Größen in bestimmten Technologiefeldern oder Forschungsgebieten.
Strukturprogramme zielen auf den Abbau bestehender Barrieren für Innovationen in Österreich und eine Optimierung der Kooperationsstrukturen im Innovationssystem. Mit den Kompetenzzentren etwa, die durch die FFG abgewickelt werden, werden neue Formen der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft gefördert. In anderen Programmen geht es um die Verbesserung der Vernetzungsfähigkeit von vor allem klein- und mittelbetrieblichen Innovatoren und die Optimierung des Technologietransfers.

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung