Western Balkan Countries (WBC)

Teil der Südosteuropa-Initiative des BMWF

Forschungsinitiativen werden gezielt unterstützt, um die Umsetzung des europäischen Forschungsraums zu verwirklichen.

Der Ausbau der Wissenschaftszusammenarbeit mit den sogenannten Westbalkanländern - WBC (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien sowie Kosovo/UNMIK) ist ein wesentlicher Bestandteil der Südosteuropa-Initiative des BMWF.
In der Vergangenheit erfolgte die wissenschaftliche Zusammenarbeit vorwiegend über einseitige nationale Initiativen und im Rahmen von bilateralen Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit. Das 1990 in Slowenien eingerichtete Austrian Science Office Ljubljana hat in seiner Funktion als Brückenpfeiler nach Südosteuropa wesentlich zum Auf- und Ausbau der bilateralen Beziehungen in Wissenschaft und Forschung beigetragen. Zu seinen Aufgaben gehörten neben der Präsentation und Promotion Österreichs als Wissenschaftsstandort auch die Unterstützung und Durchführung konkreter bilateraler Forschungsaktivitäten und –programme im Auftrag des BMWF.

 

Um die Kooperation mit den Ländern des Balkan-Raums auch auf regionaler und multilateraler Ebene zu verstärken und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Umsetzung des europäischen Forschungsraums zu leisten, forciert das Ressort bereits seit einigen Jahren regionale forschungspolitische Initiativen wie die Opens external link in new window"Steering Platform on Research for the Western Balkan Countries" und nimmt an multilateralen strategischen Netzwerkprojekten in den EU-Forschungsrahmenprogrammen teil. Wichtige Beispiele sind die Projekte Opens external link in new window"Southeast European ERA.Net" (SEE-ERA.Net, 2009 beendet), Opens external link in new window"Southeast European ERA.Net PLUS" (SEE-ERA.Net PLUS, 2009-2013) und das Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster"Western Balkan Countries INCO.Net" (WBC-INCO.Net, 2008-2013), die vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) in Wien koordiniert werden bzw. wurden.

 

2004 wurde mit dem EU-Projekt "SEE-ERA.Net" der erste Schritt zum Ausbau der multilateralen Forschungskooperation mit den Westbalkanländern getan. Das BMWF hat in diesem Projekt, das inzwischen abgeschlossen ist, gemeinsam mit Partnerministerien und -agenturen aus Mittel- und Südosteuropa 2007 eine erste Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterPilot-Ausschreibung für regionale Kooperationsprojekte (Pilot Joint Call) durchgeführt, die durch Vernetzung der bis dahin dominierenden bilateralen Kooperationsprogramme finanziert wurde. Die große Zahl der eingereichten Projektideen demonstrierte das in der Zielregion vorhandene Kooperationspotenzial und gleichzeitig auch das Interesse der Scientific Community in Österreich und in den EU-Mitgliedsstaaten mit Forscher/innen aus den Balkanstaaten zusammen zu arbeiten. Von mehr als 300 eingereichten Anträgen konnten schließlich 32 multilaterale Forschungs- und Netzwerkprojekte finanziert und eine Reihe von Begleitmaßnahmen wie Informationsveranstaltungen, Sommerschulen, u.a. umgesetzt werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden in einer Opens external link in new windowPublikation veröffentlicht, die von der SEE-ERA.Net Homepage abrufbar ist.  

 

Auf Basis der im Projekt gewonnenen Erfahrungen und der vom Projektteam erstellten Studien über Status und Entwicklungsmöglichkeiten der internationalen Forschungskooperation in der Zielregion wurde das Opens external link in new window„SEE-ERA.Net White Paper“ verfasst, das grundlegende strategische Überlegungen in einem Opens external link in new window„Joint Action Plan“ (aktualisiert im August 2009) ein "Regional Programme for Cooperation with Southeast Europe" (RepSEE) vorstellt, das Empfehlungen für konkrete Aktivitäten zur weiteren Integration der Balkanländer in den Europäischen Forschungsraum gibt.


Einige der Empfehlungen wurden noch während der Projektlaufzeit von SEE-ERA.Net umgesetzt, andere werden in weiterführenden EU-Projekten wie z.B. in „SEE-ERA.Net PLUS“ verwirklicht. Ziel von „SEE-ERA.Net PLUS“ ist die Finanzierung multilateraler Forschungsprojekte in gemeinsamen Forschungsschwerpunkten der am Projekt beteiligten EU-Mitgliedsstaaten, der WBC und der Türkei. Nach einer 2009 durchgeführten Opens external link in new windowAusschreibung wurde auf Basis eines internationalen Evaluierungsverfahrens schließlich 23 exzellente Kooperationsprojekte in den Bereichen AgroFood und ICT zur Finanzierung ausgewählt. Diese Projekte werden während ihrer zweijährigen Laufzeit von den SEE-ERA.NET PLUS Projektpartnern und der Europäischen Kommission mit einem Gesamtbudget von ca. € 3 Mio. unterstützt.

 
„WBC-INCO.NET“ ist ein weiteres EU-Projekt, das den Ausbau der Balkan-Kooperation wesentlich vorantreibt. Das Ressort arbeitet an diesem Projekt seit Anfang 2008 als Konsortialpartner mit den Wissenschaftsministerien der Balkanstaaten und anderen, für die Region wesentlichen Akteuren, wie dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) oder dem griechischen General Secretariat for Research and Technology (GSRT), zusammen.


Primäres Ziel von WBC-INCO.NET, in dem das BMWF das zentrale Arbeitspaket „Europäischer und regionaler Dialog“ leitet, ist die Bereitstellung einer Kommunikationsplattform zur Intensivierung des forschungspolitischen Dialogs zwischen den EU-Mitgliedsstaaten/der Türkei und den WBC. Dazu wurde auch die „Steering Platform on Research for the Western Balkan Countries“, die auf Initiative der Europäischen Kommission während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2006 in Wien eingerichtet worden ist, in WBC-INCO.NET eingebunden. Ziel dieser Steering Platform ist es, den EU-Beitrittsprozess der WBC als Dialogplattform für den Forschungs- und Innovationsbereich zu begleiten und voranzutreiben.
Die Tagungen der Steering Platform folgen dem Halbjahresturnus der EU-Ratspräsidentschaften und werden in deren Rahmen durchgeführt. Basierend auf aktuellen Entwicklungen und Trends der internationalen Forschungskooperation präsentieren und diskutieren die Mitglieder der Steering Platform, die sich aus den EU-Mitgliedsstaaten, den Staaten der Zielregion, der Europäischen Kommission und anderen für die Region wichtigen Stakeholdern zusammensetzt, aktuelle und zukünftige Aktivitäten auf nationaler, bilateraler, multilateraler und EU-Ebene.

 

In WBC-INCO.NET wird darüber hinaus ein auf fundierten empirischen Analysen basierendes Maßnahmenpaket umgesetzt, um die Teilnahme der WBC an den Wissenschafts- und Forschungsprogrammen der EU, vor allem am 7. EU-Forschungsrahmenprogramm zu verbessern.

Um den Bereich der Innovation, der nicht nur als Forschungs-, sondern auch als Wirtschaftsmotor für die EU-Mitgliedsstaaten wie auch für die WBC zunehmend an Bedeutung gewinnt, in die analytische Tätigkeit von WBC-INCO.NET mit einzubeziehen, wird das Projekt seit Herbst 2010 in erweiterter Form mit einer bis Ende 2013 verlängerten Laufzeit weitergeführt. Auf österreichischer Seite bringt das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend seine Expertise im Innovationsbereich in das Projekt ein. Darüber hinaus werden „Innovation Dialogue Fora“ unter Beteiligung wesentlicher regionaler Stakeholder durchgeführt, deren Ergebnisse gemeinsam mit den Analysen des Innovationsarbeitspakets in den forschungspolitischen Dialog und die strategischen Überlegungen der „Steering Steering Platform on Research for the Western Balkan Countries“ einfließen.

Die Opens external link in new windowWBC-INCO.Net Website bietet umfassende aktuelle Informationen über Veranstaltungen, Ausschreibungen und politische Entwicklungen auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene, die für die Balkan-Kooperation von Relevanz sind. Sie konnte sich inzwischen als „das“ zentrale Web-Portal für die Forschungskooperation mit den WBC etablieren und verzeichnet eine stetig ansteigende Anzahl von Besucher/innen.
 

Durch diese Bündelung koordinierter Maßnahmen unterstützt das BMWF nicht nur die Balkanstaaten bei der weiteren Integration in den Europäischen Forschungsraum und trägt dadurch zur Stabilisierung der Region bei, sondern schafft damit auch gleichzeitig die Voraussetzungen dafür, dass österreichische Wissenschaftler/innen mit ihren Kolleg/innen in Südosteuropa auf bilateraler, regionaler und multilateraler Ebene erfolgreich zusammen arbeiten können.

 

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