7. RP für Forschung und Technologieentwicklung

Die Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Gemeinschaft haben eine über 20-jährige Erfolgsgeschichte hinter sich. Seit 1. Jänner 2007 läuft das mittlerweile 7. Rahmenprogramm, das weltweit größte transnationale Forschungsprogramm.

 

Gegenüber seinen Vorgängern hat es eine längere Laufzeit (statt vier nunmehr sieben Jahre) und verglichen mit dem 6. Rahmenprogramm rund 60 Prozent mehr Finanzmittel. Weiters gibt es neue Instrumente, so werden z.B. erstmals Aktivitäten der Grundlagenforschung mit Mitteln der Gemeinschaft unterstützt. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht dabei stets die wissenschaftliche Exzellenz der geförderten Forschungsprojekte.


7. Rahmenprogramm: 60 Prozent mehr Mittel für die Forschung

 

Mit ihren Forschungsrahmenprogrammen zielt die Europäische Union auf die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie der Gemeinschaft sowie auf die Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Seit 1984 wurden von der Europäischen Kommission sechs Rahmenprogramme mit einer Laufzeit von jeweils vier Jahren durchgeführt.


Im April 2005 legte die Europäische Kommission ihren Vorschlag für das neue Programm vor. Es folgten intensive Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament, von denen der Großteil in die Zeit der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2006 fiel.  Anfang des Jahres 2007 konnte das 7. Rahmenprogramm schließlich starten. Es handelt sich dabei um das weltweit größte transnationale Forschungsprogramm. Inhaltlich steht das Konzept im größeren Kontext der Verwirklichung des Europäischen Forschungsraumes (Bündelung sämtlicher Gemeinschaftsmaßnahmen, mit denen die bessere Koordinierung der Forschungsarbeit und die Konvergenz der Forschungs- und Innovationspolitik der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union gefördert werden) und der Erreichung der Ziele von Lissabon und Barcelona (drei Prozent der BIP-Ausgaben für Forschung & Entwicklung, davon ein Drittel vom Staat und zwei Drittel von der Wirtschaft getragen).


Die Laufzeit dieses Programms wurde gegenüber den Vorgängern auf sieben Jahre – von 2007 bis 2013 – erweitert. Es umfasst ein Gesamtbudget von über 54 Milliarden Euro (davon vier Milliarden Euro für das EURATOM-Programm). Damit stehen Europas Forschung jährlich um 60 Prozent mehr Finanz-Mittel zur Verfügung als noch im 6. Rahmenprogramm.

 

Die Struktur des Rahmenprogramms

Das EG-Rahmenprogramm (2007-2013) besteht aus vier Säulen, nämlich den Programmen

  • Zusammenarbeit
  • Ideen
  • Menschen und 
  • Kapazitäten

 

 

 

 

Es sieht eine Balance zwischen der Fortführung bewährter Instrumente aus den Vorprogrammen im Sinne von Kontinuität und der Einführung fortschrittlicher Neuerungen vor. Die wichtigsten dieser Neuerungen sind

  • die Errichtung eines Europäischen Forschungsrates (erstmalige Förderung von Grundlagenforschung auf EU-Ebene);
  • Gemeinsame Technologie-Initiativen (Erstellung einer langfristigen Forschungsagenda unter Führung der Industrie und Einbindung aller relevanten Akteurinnen/Akteure aus allen öffentlichen und privaten Bereichen);
  • bei EURATOM im Bereich der Kernfusion der Versuchsreaktor ITER.

Das spezifische Programm "Zusammenarbeit" unterstützt alle Arten von Forschungsaktivitäten im Rahmen transnationaler Kooperationen. Das Programm umfasst zehn thematische Prioritäten (siehe dazu die Grafik von PROVISO) und ist mit 32,4 Milliarden Euro dotiert.

 

Das spezifische Programm "Ideen" widmet sich der Förderung von Projekten der grundlagen-orientierten Pionierforschung ("Frontier Research") auf der Basis von Projektvorschlägen ("bottom-up" Prinzip). Dies ist ein Novum in der Geschichte der Rahmenprogramme. Erstmals wird damit Grundlagenforschung auf EU-Ebene gefördert. Das Programm unterstützt individuelle Projekte in Bereichen der wissenschaftlichen und technischen Grundlagenforschung einschließlich des Ingenieurwesens, der sozio-ökonomischen Wissenschaften und der Geisteswissenschaften. Besondere Aufmerksamkeit wird neu aufkommenden und schnell wachsenden Gebieten an den Grenzen des Wissens und an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Disziplinen gewidmet. Das Programm ist mit 7,5 Milliarden Euro dotiert.


Im Kontext dieses spezifischen Programms wird der Europäische Forschungsrat (engl. European Research Council) eingerichtet . Seine Aufgabe ist es, grundlagen-orientierte Pionierforschung von individuellen Forschungsteams zu allen thematischen Fachgebieten auf der Basis der wissenschaftlichen Exzellenz als Co-Financier zu unterstützen.

 

Das spezifische Programm "Menschen" hat die Förderung der Humanressourcen sowie der internationalen Mobilität von WissenschaftlerInnen zum Ziel. Es verfügt über ein Budget von 4,7 Milliarden Euro.

 

Das spezifische Programm "Kapazitäten"  mit einem Budget von rund 4,1 Milliarden Euro. stützt die Forschungsinfrastruktur in Europa, hilft KMU bei ihrer F&E-Tätigkeit, finanziert Regionen in ihrer Wissensorientierung, erhöht das Forschungspotenzial und trägt zum Dialog von Gesellschaft und Wissenschaft bei.

 

Österreichische Beteiligung

Österreich nimmt seit 1992 (Beitritt Österreichs zum EWR) an den Rahmenprogrammen der EU teil. Das BMWF (vormals BMBWK) unterstützt die Vorbereitung und die Teilnahme österreichischer Forschungsinstitute und Universitäten an den Rahmenprogrammen. Organisatorische Unterstützung erhalten österreichische Antragsteller/innen beim Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBereich EIP Europäische und Internationale Programme der FFG – Forschungsförderungsgesellschaft, der federführend das System der österreichischen National Contact Points betreibt und ein ausführliches Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterWebservice zum 7. Rahmenprogramm anbietet. Inhaltlich-fachbezogene programmspezifische und programmübergreifende Analysen der Beteiligung Österreichs an den Forschungsrahmenprogrammen werden im Auftrag aller mit Forschung befassten österreichischen Bundesministerien vom Projekt Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPROVISO  durchgeführt und stehen auch online zur Verfügung. Die österreichische Teilnahme an den Rahmenprogrammen leistet einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der österreichischen Forschungslandschaft.


Österreichische Forscher/innen wurden im 6. Rahmenprogramm mit mehr als 425 Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert. Dies bedeutet eine Rückflussquote von 117 Prozent. Im 7. Rahmenprogramm können österreichischen Organisationen derzeit 423 Millionen Euro der bisher verhandelbaren Förderzusagen zugeteilt werden (Datenstand 05/2010).

 

 

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