ESFRI
Das European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) bewegt sich als multidisziplinäre Plattform für die EU-Länder auf einer Art Meta-Ebene der europäischen Forschungsaktivitäten.
Es ist für die Diskussion und Abstimmung über die Entwicklung von Forschungsinfrastrukturen betraut und befasst sich demnach mit der Art und Weise, wie die Forschung in verschiedensten Bereichen effizienter gestaltet werden kann.
Das "European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI)" ist eine multidisziplinäre Plattform der EU-Mitgliedstaaten und der mit dem EU-Forschungsrahmenprogramm assoziierten Staaten zur Diskussion und Koordinierung von Projekten und generellen Entwicklungen im Bereich der Forschungsinfrastrukturen.
Im April 2002 konstituierte sich auf Initiative der Europäischen Kommission erstmals das
ESFRI und bot bzw. bietet seither eine Plattform für die EU-Länder zur Diskussion und Abstimmung von Entwicklungen und Projekten im Bereich der Forschungsinfrastrukturen wie z. B. Großforschungsseinrichtungen generell, Supercomputer, Internet (GRID)-Architektur, Datenbanken für die Sozialwissenschaften, virtuelle Bibliotheken oder Forschungsnetzwerke.
Trotz der großen Erfolge, die Europa in den letzten Jahrzehnten in der Planung, Errichtung und dem Betrieb großer Forschungsinfrastrukturen (z. B. CERN) und der Nutzung von europäischen Wissenschaft- und Forschungsorganisationen (z.B. ESA, ESO) erzielt hat, können Fragen bezüglich der Errichtung, Fortführung/Aufrüstung oder Schließung von einzelnen Einrichtungen im Grunde nur mehr auf europäischer Ebene sinnvoll beantwortet werden.
ESFRI steht außerhalb des Rahmenprogramms, hat keine eigenen Fördermittel und gibt auch keine „direkten“ Finanzierungsempfehlungen, spielt aber in den einschlägigen europäischen Entscheidungsprozessen eine große Rolle, denn es wurde vom Rat der EU mit der Entwicklung einer europäischen „Roadmap“ für die Errichtung der nächsten Generation von Großforschungseinrichtungen mit pan-europäischem Impact betraut.
Im Jahr 2006 wurde diese Roadmap erstmals vorgelegt; 2008 veröffentlichte ESFRI dann eine überarbeitete Version mit insgesamt 44 Forschungsinfrastrukturprojekten von europäischer Bedeutung.
Bei diesen Projekten handelt es sich um von der Forschungsrelevanz, dem Scientific Case, her gesehen "einmalige" pan-europäische Projekte aus den Bereichen Sozial- und Geisteswissenschaften, Öko-Wissenschaften, Energie, Biomedizin, Life Sciences, Materialwissenschaften, Astronomie und Physik, die bereits einen hohen Reifegrad hinsichtlich ihrer Realisierung erlangt haben.

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung