Europäischer Hochschulraum - Der Bologna-Prozess im Überblick

Beschreibung der Entwicklungsschritte

Bereits im Vorfeld des Bologna-Prozesses zeichnete sich ab, dass die Idee eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes konkrete Formen annimmt. Dies wurde unter anderem durch die EU-Bildungsprogramme und die "Lissabon - Konvention", einem Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region, im April 1997 zum Ausdruck gebracht.
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Von der Sorbonne nach Bologna

Der Bologna-Prozess begann mit der Unterzeichnung der "SORBONNE" - Erklärung durch die für Hochschulbildung zuständigen MinisterInnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und des Vereinigten Königreichs anlässlich der 800 Jahr Feier der Sorbonne im Mai 1998. Diese Erklärung löste - vor allem durch die Verwendung des Begriffs "Harmonisierung der Hochschulsysteme"- heftige Diskussionen unter den AkteurInnen der Hochschulbildung in ganz Europa aus. Startet den Datei-DownloadPDF (123 KB)


Während des österreichischen Vorsitzes in der Europäischen Union fand im Oktober 1998 bei der Konferenz der BildungsministerInnen der Europäischen Union in Baden bei Wien ein erster Meinungsaustausch über die Sorbonne-Erklärung statt, wobei vor allem von den "kleineren" EU-Staaten eine gemeinsame Vorgangsweise vorgeschlagen wurde. Der italienische Hochschulminister sprach eine Einladung zu einer MinisterInnenkonferenz 1999 in Bologna aus.


Ende Oktober 1998 wurde unter österreichischem Vorsitz eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung dieser Konferenz in Bologna eingerichtet. Neben der TROIKA (vorhergehende, gegenwärtige und folgende EU-Präsidentschaft) waren Italien als Gastgeberland, die Sorbonne-Unterzeichnerstaaten, die europäische Rektorenkonferenz (CRE), die Konferenz der Rektorenkonferenzen der Europäischen Union und die Europäische Kommission vertreten. In Vorbereitung auf die Konferenz, zu der alle EU-Staaten, EFTA- und EF-TA/EWR-Staaten und assoziierte Staaten eingeladen wurden, wurde eine Studie über die Trends in der Hochschulbildung in den EU und EFTA/EWR-Staaten – Trends I Startet den Datei-DownloadPDF (1,2 MB) erstellt.


Als Ergebnis der MinisterInnen-Konferenz in Bologna im Juni 1999 wurde die sogenannte Bologna-Erklärung von 31 Ministerinnen und Ministern aus 29 Staaten unterzeichnet.
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Ziel der Bologna-Erklärung ist die Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis 2010. Dies soll durch die Umsetzung der sogenannte Bologna-Ziele Startet den Datei-DownloadPDF (24 KB) erreicht werden:

  • Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse (Diploma Supplement)
  • Schaffung eines zweistufigen Studiensystems
  • Einführung eines Leistungspunktesystems nach dem ECTS-Modell
  • Förderung größtmöglicher Mobilität von Studierenden, Lehrer/innen, Wissenschafter/innen und Verwaltungspersonal
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich

Als Termin für die erste Bologna-Nachfolgekonferenz wurde 2001 in Prag festgesetzt.


Von Bologna nach Prag

Im Herbst 1999 beschlossen die EU-BildungsministerInnen während der finnischen Präsidentschaft die weitere praktische Umsetzung der Bologna-Erklärung.


Alle Unterzeichner-Staaten nannten eine sogenannte nationale Kontaktstelle. Für Österreich wurde für die erste Phase der Leiter der Sektion Universitäten und Hochschulen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Dr. Sigurd Höllinger, als nationale Kontaktstelle nominiert. Seit August 2001 wird diese Aufgabe von der nunmehrigen Leiterin der Sektion für Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten – Bereich Wissenschaft im bmbwk, Frau Mag. Barbara Weitgruber, wahrgenommen. Diese nationalen Kontaktstellen treffen sich zum Austausch von Information über den Stand der Umsetzung der Ziele der Bologna-Erklärung, zur Vereinbarung aller weiteren Schritte zur Umsetzung dieser Ziele und zur Vorbereitung der Folge-MinisterInnen-Konferenz einmal pro Präsidentschaft.


Für die Vorbereitung der Nachfolgekonferenz in Prag 2001 wurde eine kleine Arbeitsgruppe eingesetzt, die neben dem Gastgeberland die EU-Präsidentschaften bis zur Konferenz in Prag bzw. die darauf folgenden Präsidentschaften, die europäische Rektorenkonferenz (CRE), die Konferenz der Rektorenkonferenzen der Europäischen Union, den europäischen Studierenden-Dachverband (ESIB), die Europäische Kommission und den Europarat umfasste.


Zur Unterstützung der Umsetzung der Ziele der Bologna-Erklärung fand zwischen der Bologna-MinisterInnenkonferenz und der MinisterInnenkonferenz in Prag eine Reihe von Workshops und Konferenzen statt:

  • Kredit- und Transfersysteme Startet den Datei-DownloadPDF (136 KB) 
  • Akkreditierung Startet den Datei-DownloadPDF (24 KB)
  • Transnationale Bildung Startet den Datei-DownloadPDF (179 KB) 
  • Bakkalaureat-Studien Startet den Datei-DownloadPDF (72 KB)

Zur Formulierung von Wünschen und Forderungen an die MinisterInnen für die Konferenz in Prag fand eine

  • Tagung der Studierenden in Göteborg, Schweden
    - Student Göteborg Declaration Startet den Datei-DownloadPDF (168 KB) 

und eine

  • Konferenz der Hochschuleinrichtungen in Salamanca, Spanien statt.
    - Conclusions of the work of thematic groups,
    Presentation by the Rapporteur

    Prof. Dr. Konrad Osterwalder Rector, ETH, Zürich Startet den Datei-DownloadPDF (34 KB) 
    - EUA Message for Prague (Salamanca, Spain - 29-30 March 2001) Startet den Datei-DownloadPDF (167 KB)

In Vorbereitung auf die Konferenz in Prag wurde ein zweiter Bericht über die Trends in der Hochschulbildung in Europa – Trends II Startet den Datei-DownloadPDF (225 KB) und ein Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-Erklärung Startet den Datei-DownloadRTF (60 KB) erstellt.


In Österreich fand im Juni 2000 ein erster österreichischer Bologna-Tag statt. Der Stand der Umsetzung in Österreich wurde im Rahmen eines eigenen Monitoring-Prozesses erhoben. Der erste detaillierte Bericht erschien 2001.


Als Ergebnis der Konferenz in Prag, die einerseits der Bestandsaufnahme und andererseits der Diskussion der künftigen Schwerpunktsetzung diente, wurde das Prag-Kommunikee Startet den Datei-DownloadWord (36 KB); Startet den Datei-DownloadWord (Englisch, 34 KB) verabschiedet, das folgende Punkte umfasst:

  • Bestandsaufnahme und weitere Vorgangsweise bei der Umsetzung der Teilziele der Bologna-Erklärung
  • Schwerpunkte bei der Umsetzung in der nächsten Phase:
    - Akkreditierung und Qualitätssicherung
    - Fragen der Anerkennung und Kreditsysteme (ECTS)
    - Entwicklung gemeinsamer Anschlüsse
    - Soziale Dimension, insbesondere bei den Mobilitätshindernissen
    - Lebensbegleitendes Lernen
    - Einbindung von Studierenden
    - Erweiterung des Bologna-Prozesses
  • Praktische Organisation des Folgeprozesses
    In allen teilnehmenden Ländern gibt es eine nationale Kontaktstelle. Die Gruppe der nationalen Kontaktstellen – die europäische Bologna Follow-Up Gruppe - ist das Steuerungsgremium für die weitere Umsetzung und wird von der jeweiligen EU-Präsidentschaft geleitet. Die Europäische Kommission gehört ihr ebenfalls an. Eine kleine Arbeitsgruppe (bestehend aus den bisherigen und dem künftigen Gastgeberland, je zwei EU und Nicht-EU-Staaten, der EU-Präsidentschaft sowie der Europäischen Kommission) unterstützt die Steuerungsgruppe und die Vorbereitung der nächsten MinisterInnenkonferenz. EUA (European University Association, entstanden aus der europäischen Rektorenkonferenz (CRE) und der Konferenz der Rektorenkonferenzen der Europäischen Union), ESIB (National Unions of Students in Europe), EURASHE (European Association of Institutions in Higher Education) und der Europarat werden bei den Arbeiten beider Gruppen beigezogen.
  • Öffnung des Prozesses für weitere Staaten
    Kroatien, Türkei und Zypern wurden in Prag als neue Mitglieder aufgenommen. Des Weiteren wurde vereinbart, dass der Bologna-Prozess all jenen Ländern offen steht, die zur Teilnahme an den EU-Programmen SOKRATES, LEONARDO DA VINCI und TEMPUS/CARDS berechtigt sind.

Von Prag nach Berlin

Das Arbeitsprogramm 2001 – 2003 umfasste unter anderem eine Reihe von Seminaren zu den Themen:

  • Akkreditierung und Qualitätssicherung 
  • Anerkennung und Verwendung von Leistungspunkten (ECTS) 
  • Entwicklung gemeinsamer Abschlüsse 
  • Abschlüsse und Qualifikationsstrukturen 
  • Soziale Dimension des Bologna-Prozesses (Mobilitätshemmnisse, Einbindung der Studierenden) 
  • Lebenslanges Lernen

Auf nationaler Ebene wurde in Österreich im Juni 2002 eine Informationsveranstaltung für Angehörige des tertiären Bildungsbereiches, die mit der Umsetzung der Ziele der Bologna–Erklärung befasst sind, an der Universität Wien abgehalten. Bericht: Startet den Datei-DownloadPDF (453 KB)


Des Weiteren wurde in den Jahren 2002 und 2003 an jeder Universität bzw. Fachhochschule ein/e Bologna – Beauftragte/r nominiert.


In Vorbereitung auf die Berlin-Konferenz fand im Mai 2003 die EUA Convention Graz statt. Die Ergebnisse dieser Konferenz wurden in der Opens external link in new windowGraz Declaration:"Forward from Berlin: the role of universities" festgehalten und stellten den Beitrag der europäischen Universitäten zur MinisterInnen-Konferenz in Berlin dar.


Darüberhinaus gab die EUA eine Studie über die Entwicklungen der Studienarchitektur in Europa in Auftrag:
TRENDS 2003. Trends in Learning Structures in Higher Education III. (Trends III) Startet den Datei-DownloadPDF (1,6 MB)


Im September 2003 trafen sich die MinisterInnen aller Signatarstaaten in Berlin zur zweiten Folgekonferenz nach der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung und verabschiedeten das
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBerlin Kommunikee Startet den Datei-DownloadPDF (145 KB); Startet den Datei-DownloadPDF (Englisch, 122 KB), welches folgende Schwerpunkte für das weitere Follow-Up festlegt:

  • mittelfristige Schwerpunkte bis 2005
    - Qualitätssicherung: Entwicklung eines vereinbarten Systems von Normen, Verfahren und Richtlinien zur Qualitätssicherung – "Referenzrahmen für Qualifikationen"
    - zweistufige Studiensysteme: Beginn der Implementierung bis 2005
    - Anerkennung von Studienabschlüssen und -abschnitten: Diploma Supplement automatisch und gebührenfrei in einer gängigen europäischen Sprache
  • Bestandsaufnahme zur MinisterInnen-Konferenz 2005
  • engere Verbindung zwischen Europäischem Hochschulraum und Europäischen Forschungsraum: DoktorandInnenausbildung als dritte Stufe zu den gegenwärtigen zwei Hauptstufen im Studiensystem
  • Neue Struktur im weiteren Follow-Up Prozess: neben der europäischen Bologna Follow-Up Gruppe (BOFUG) als alleiniges Entscheidungsgremium gibt es nun ein Board und ein Sekretariat; diese beiden Einrichtungen sind neben der organisatorischen Begleitung des europäischen Bologna Follow-Up Prozesses unter anderem auch mit der Redaktion und Ausarbeitung von Texten und Dokumenten für die europäische BOFUG befasst.

Mit der Aufnahme der Staaten Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, des Heiligen Stuhls, Russlands, Serbiens und Montenegros sowie der „Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien“ wurde der Bologna-Prozess auf nunmehr 40 Mitgliedsstaaten ausgeweitet.


Die Aufnahmeklausel aus dem Prager Kommunikee wurde dahingehend umformuliert, dass die Mitgliedschaft im Europäischen Hochschulraum nunmehr all jenen Staaten offen steht, die Vertragspartei des Europäischen Kulturabkommens sind, vorausgesetzt, sie erklären sich bereit, in ihrem eigenen Hochschulwesen die Ziele des Bologna-Prozesses anzustreben und umzusetzen. Ihre Anträge sollten Angaben darüber enthalten, wie sie die Grundsätze und Ziele der Erklärung umzusetzen gedenken.


Von Berlin nach Bergen

Wie in den ersten beiden 2-Jahres-Etappen fanden auch zwischen Berlin und Bergen wieder zahlreiche Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSeminare und Konferenzen zu den einzelnen Bologna-Zielen statt.


Die EUA führt mit Unterstützung der Europäischen Kommission das sogenannte "Doctoral Programmes Project" durch, das die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Doktoratsprogramme in Europa eruieren und die Zusammenarbeit in der Entwicklung von Doktoratsprogrammen auf europäischer Ebene fördern soll.


Österreich hat zu diesem Thema im Rahmen des Arbeitsprogramms 2003 - 2005 im Februar 2005 gemeinsam mit Deutschland und der EUA durch die Veranstaltung eines Seminars zum Thema "Doctoral Programmes for the European Knowledge Society" einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung des europäischen Bologna Follow-up Prozesses geleistet.


Da das EUA-Projekt und dieses Bologna-Seminar inhaltlich sehr eng miteinander in Verbindung stehen, wurde Frau Mag. Sandra Mukherjee-Cosmidis als Vertreterin des bmbwk in das steering committee des EUA-Projekts nominiert.


Auf nationaler Ebene fand im Mai 2004 in Wien ein Workshop für ExpertInnen zum Thema ECTS, und im Juni 2004 eine Informationsveranstaltung zum Thema „Referenzrahmen für Qualifikationen“ statt; in beiden Fällen ist internationale Expertise eingeflossen.


Mit der Einrichtung der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterÖsterreichischen Qualitätssicherungsagentur AQA mit Jahresbeginn 2004 ist ein wichtiger Schritt in der nationalen Umsetzung der Ziele der Bologna-Erklärung vollzogen worden.


Weiters konnte Österreich mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union ein nationales Team von Bologna Promotor/innen zusammenstellen. Im Sinne der Sicherung des Informationsflusses innerhalb des österreichischen tertiären Bildungsbereiches im Rahmen des Bologna – Prozesses wurden fünf Expert/innen aus dem Hochschulbereich ausgewählt, um Hochschuleinrichtungen bei der Umsetzung der Bologna-Ziele zu beraten und Hilfestellung zu geben. Die Promotor/innen nehmen unter der Verantwortung der Österreichischen Bologna Follow Up-Gruppe und mit administrativer Unterstützung der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterÖsterreichischen Nationalagentur für Lebenslanges Lernen ihre Aufgaben wahr.


Wie auch schon vor den Konferenzen in Prag und Berlin formulierten die Mitglieder der EUA auch vor Bergen ihre Beiträge zum bevorstehenden Minister/innen-Treffen in der Glasgow Convention: "Strong Universities for a Strong Europe" Startet den Datei-DownloadPDF (258 KB) 


Darüber hinaus gab die EUA auch diesmal eine Studie über den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele in den teilnehmenden Ländern in Auftrag:
TRENDS IV: European Universities Implementing Bologna Startet den Datei-DownloadPDF (352 KB) 


Die Studierenden hielten ihre Beiträge in Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterESIB’s Bologna Analysis 2005 – "Bologna with Student Eyes" zur Präsentation in Bergen fest.


Aus der dritten Nachfolgekonferenz im Mai 2005 in Bergen, Norwegen ging das Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBergen Kommunikee hervor.


Neben der Aufnahme von fünf weiteren Teilnehmern (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldavien und die Ukraine) wurden im Rahmen dieser Konferenz der im Berlin Kommunikee für 2005 geplante Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterStocktaking Report sowie der General Report der europäischen Bologna Follow-Up Gruppe Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster"From Berlin to Bergen" über den allgemeinen Fortgang des Bologna-Prozsesses in der Zeit seit Berlin präsentiert.


Basierend auf den Ergebnissen des Salzburger "Doktorats-Seminars" (Februar 2005) setzte sich Österreich für konkrete Maßnahmen zur Entwicklung von gemeinsamen Mindeststandards für Doktoratsprogramme in Europa ein und konnte die Aufnahme eines entsprechenden Passus in das Bergen Kommunikee erwirken.


Das Stocktaking (Bestandsaufnahme) für die Zeit bis zur nächsten Minister/innen-Konferenz in London 2007 soll auf folgende Bereiche ausgeweitet werden:

  • Standards und Richtlinien für Qualitätssicherung entsprechend dem
    Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterENQA-Bericht (Download, pdf)
  • nationale Rahmen für Abschlüsse
    Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterA Framework for Qualifications of the European Higher Education Area (Download, pdf)
  • Verleihung und Anerkennung von joint degrees, inklusive Doktorat
  • Schaffung von Möglichkeiten für flexible Studiengestaltung im Hochschulbereich, inklusive der Anerkennung von vorher erworbenen Qualifikationen

Sämtliche Konferenzunterlagen, Hintergrunddokumente, Präsentationen und Reports sowie nationale Länderberichte und weitere ergänzende Dokumente finden Sie unter Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.bologna-bergen2005.no/


Von Bergen nach London

Im ersten Halbjahr 2006 hatte Österreich im Rahmen der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEU-Ratspräsidentschaft mit Unterstützung des britischen Sekretariats den Vorsitz im Bologna Board und in der europäischen Bologna Follow-Up Gruppe inne.


Die Herausforderungen waren groß:


Nach einer vorbereitenden Sitzung des Boards im Jänner 2006 in Wien wurden beim Treffen der Europäischen Bologna Follow-up Gruppe im April 2006 in Wien die Themen Lebenslanges Lernen und joint study-Programme als neue Bereiche neben jenen der Studienstruktur, der Qualitätssicherung und der Anerkennung der Studienabschlüsse und –abschnitte in die Bestandsaufnahme aufgenommen.

 

Der Vorschlag der Arbeitsgruppe "Qualifikationrahmen" , vier regionale workshops zum Thema  "National Qualification Frameworks" zu veranstalten, wurde angenommen und im Juni und Herbst 2006 durchgeführt.

 

Für die Analyse der "Mitnahme von Studienförderungen und Stipendien" wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Die bereits bestehenden Arbeitsgruppen "Bestandsaufnahme", "Qualifikationsrahmen", "Externe Dimension" und "Soziale Dimension" berichteten über den jeweiligen Stand der Diskussion. Die Arbeitsgruppe für das "London Kommunikee" ist beim Treffen im Herbst 2006 in Helsinki eingesetzt worden.


Im Bereich der Entwicklung der europäischen Doktoratsprogramme konnte Österreich abermals einen wichtigen Beitrag leisten:

 

Gemeinsam mit der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission und der European University Association EUA hatte das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur im Juni 2006 die vielbeachtete Konferenz Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterA researchers' labour market: Europe - a pole of attraction? veranstaltet. Auch im darauffolgenden Follow-Up bis hin zum "Doctoral Programmes Follow-Up"-Seminar im Dezember 2006 in Nizza beteiligte sich Österreich unter Einbringung seiner Expertise maßgeblich.


Generell geht es um die Einführung eines PhD-ähnlichen Doktorats mit längerer Dauer (mind. 3 Jahre) und höherer Qualität als bisher. Österreich entsprach dieser Entwicklung durch eine Novelle des Universitätsgesetzes 2002 (Juni 2006). Die Initiativen der österreichischen Universitäten zur Weiterentwicklung der Doktoratsprogramme gehen aus dem Bericht über die Nachwuchsförderung und die Entwicklung der Personalstruktur der Universitäten Startet den Datei-DownloadPDF (584 KB) hervor. Derzeit werden an österreichischen Universitäten bereits acht PhD-Programme angeboten (Universität Wien, Wirtschaftsuniversität Wien, Veterinärmedizinische Universität Wien, Medizinische Universität Wien, Medizinische Universität Graz, Medizinische Universität Innsbruck und Universität für Musik und darstellende Kunst Wien).


Im Vorfeld der Board – Sitzung wurde gemeinsam mit dem Europarat für die neuen Teilnehmerstaaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau, Ukraine sowie für Albanien ein Informationsseminar, zu dem einerseits namhafte ExpertInnen, andererseits VertreterInnen aus den neuen "Bologna-Ländern" eingeladen waren, druchgeführt. Auf der Tagesordnung stand neben allgemeiner Information über den Bologna Prozess das Arbeitsprogramm 2005 - 07, die Implementierung der Bologna-Ziele und in diesem Kontext die Aufgaben der jeweiligen LändervertreterInnen in den nationalen und internationalen Bologna-Gremien.


Im Juni 2006 trafen sich die Mitglieder des Board abermals in Wien, um die Vorbereitungen für die Übergabe des Vorsitzes an die nächste EU – Ratspräsidentschaft Finnland in die Wege zu leiten.

 

Unter finnischer Rats-Präsidentschaft fand in Helsinki Anfang September 06 eine Board – Sitzung und Mitte Oktober 06 eine Sitzung der europäischen Bologna – Follow-up Gruppe statt.

 

Hier ging es bereits um die Vorbereitung zur fünften MinisterInnen-Konferenz am 16. - 18. Mai 2007 in London. Ziel war, 8 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung den Stand der Umsetzung des Bologna-Prozesses in allen Ländern und auf europäischer Ebene aufzuzeigen und weitere Schritte zur Umsetzung des Europäischen Hochschulraumes in Hinblick auf 2010 festzulegen sowie erste Weichen für die Zeit nach 2010 zu stellen .

 

Im Vorfeld der Konferenz formulierten die teilnehmenden Organisationen entsprechende Beiträge (hier werden nur einige wenige angeführt, die Veröffentlichung aller Konferenzunterlagen erfolgt über die weiter unten angeführte website zur London-Konferenz):

  • EUA - The Lisbon Declaration - Europe´s Universities beyond 2010: Diversity with a Common Purpose Startet den Datei-DownloadPDF (121 KB)
  • ESU (vormals ESIB) - Bologna With Student Eyes Startet den Datei-DownloadPDF (2,5 MB)
  • Europäische Kommission - "Towards the European Higher Education Area: Responding to challenges in a globalised word" Startet den Datei-DownloadPDF (45 KB)

Darüber hinaus erschien auch in gewohnter Weise die EUA – Studie Trends V: Universities shaping the European Higher Education Higher Education Area Startet den Datei-DownloadPDF (6,2 MB), eine Analyse des Standes der Umsetzung der Bologna-Ziele in den teilnehmenden Ländern.


Zu Beginn der Konferenz wurde die Aufnahme von Montenegro, das bereits als Teil von Serbien-Montenegro Mitglied war und seit der letzten Konferenz in Bergen unabhängig wurde, beschlossen. Insgesamt beteiligen sich somit 46 Länder am Bologna-Prozess.


Im Bologna Stocktaking Report 2007 Startet den Datei-DownloadPDF (438 KB), dem anlässlich dieser Konferenz erstellten Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele auf europäischer Ebene und in den einzelnen Mitgliedsländern, wurden vor allem die drei prioritären Bologna-Ziele Qualitätssicherung, die zweigliedrige Studienstruktur und Anerkennungsfragen bewertet. Österreich liegt hierbei im Spitzenfeld. Durch die Umsetzung der Standards und Richtlinien im Bereich der Qualitätssicherung und die Einbeziehung internationaler ExpertInnen und Studierender in Qualitätssicherungs-maßnahmen konnte Österreich in diesem Bereich in die Spitzengruppe vorstoßen. Im Bereich der Studienarchitektur zeigen die neuesten Zahlen, dass 42 % der Studienprogramme an Universitäten und 77 % der Fachhochschul-Studiengänge bis zum Wintersemester 2006 in zweistufige Bachelor-/Master-Studien umgewandelt wurden. Insgesamt werden derzeit 211 Bachelor- und 278 Master-Studien an den Universitäten sowie 115 Bachlor und 33 Master-Studienprogramme im Fachhochschulbereich angeboten. Im Bereich der Anerkennungs- und Akkreditierungsfragen liegt der Umsetzungsgrad in Österreich laut Stocktaking Report 2007 bereits bei 100%.


Hauptthema der Konferenz war die Diskussion und Beschluss des London-Kommikees Startet den Datei-DownloadPDF (45 KB); Startet den Datei-DownloadPDF (Englisch, 34 KB)

 

Schwerpunkte für die kommenden beiden Jahre werden neben der weiteren Umsetzung der bereits vereinbarten Ziele im Bereich der Studienarchitektur, der Qualitätssicherung und der Anerkennung die Beschäftigungsfähigkeit und die Relevanz der Abschlüsse für den Arbeitsmarkt, die weitere Verstärkung der sozialen Dimension durch die Erarbeitung nationaler Strategien, die Nutzung von Synergieeffekten zwischen dem Europäischen Hochschul- und dem Europäischen Forschungsraum durch die Umsetzung der europäischen Kriterien in der Doktoratsausbildung sowie die internationale Zusammenarbeit, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit Europas als Wissenschaftsstandort sein. Die Konferenz betonte neuerlich auch die Bedeutung der partnerschaftlichen aktiven Teilnahme autonomer Hochschuleinrichtungen und der Studierenden am Prozess.


Im Bereich der Qualitätssicherung wurde die Einrichtung eines Europäischen Registers für Qualitätssicherungs- und Akkreditierungsagenturen beschlossen. 
In 6 parallelen Diskussionsforen konnten sich alle Delegationsmitglieder über die Eckpunkte des künftigen Europäischen Hochschulraumes austauschen. Es bestand Einigkeit darüber, dass dieser Hochschulraum - unter Wahrung des reichhaltigen kulturellen Erbes und der sprachlichen Vielfalt – von autonomen strategisch geleiteten und in eine Qualitätskultur eingebetteten Hochschuleinrichtungen geprägt sein wird, deren attraktives, nachhaltiges für einen breiten europäischen Arbeitsmarkt bestausbildendes und qualifizierendes Angebot Innovation und Kreativität fördert.

 

Der Hochschulraum wird weiters durch einen gerechten Hochschulzugang, eine starke soziale Dimension, eine Steigerung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden, die bessere Nutzung von  Synergieeffekten zwischen Forschung und Hochschulbildung und einen stärkeren Dialog und Wissenstransfer zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft gekennzeichnet sein. Die internationale Kooperation wird sich zwischen partnerschaftlicher Zusammenarbeit und Wettbewerb bewegen.


Zum Abschluss der 5. Bologna MinisterInnenkonferenz luden die Benelux-Staaten zur nächsten Konferenz 2009 nach Leuven, Belgien ein.


Sämtliche Konferenzunterlagen und weitere Informationen finden Sie auf der
website zur 5. BOLOGNA MinisterInnenkonferenz 2007 in London unter
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.dfes.gov.uk/londonbologna/ 

 

Von London nach Leuven/Louvain-la-Neuve

Vom 28. - 29. April 2009 fand in Leuven und Louvain-la-Neuve, Belgien die Opens external link in new windowsechste Bologna MinisterInnen-Konferenz statt, deren Ziel es war, 10 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung den Stand der Umsetzung des Bologna-Prozesses in allen 46 am Bologna-Prozess teilnehmenden europäischen Ländern und auf europäischer Ebene aufzuzeigen und weitere Schritte zur Vervollständigung des Europäischen Hochschulraums nach 2010 festzulegen, sowie die Struktur an die Entwicklungen anzupassen.

 

Im Rahmen der Konferenz wurde der Stocktaking Report 2009 - Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele Initiates file downloadPDF (1.4 MB) auf europäischer Ebene und in den einzelnen teilnehmenden Ländern vorgestellt. Bewertet wurden wiederum die drei prioritären Bologna-Ziele Qualitätssicherung, die zweigliedrige Studienstruktur und Anerkennungsfragen sowie zusätzlich die Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen sowie die Umsetzung der nationalen Qualifkationsrahmen. Österreich lag insgesamt bei der Umsetzung im europäischen Spitzenfeld. Im Bereich der Studienarchitektur zeigten die aktuellen Zahlen, dass 82 % der Studienrichtungen an Universitäten und 95 % der Fachhochschulen bis zum Wintersemester 2008/2009 in zweistufige Bachelor-/Master-Studien umgewandelt worden sind. Insgesamt gab es zu diesem Zeitpunkt 298 Bachelor- und 455 Master-Studien an den Universitäten sowie

180 Bachelor- und 89 Master-Studienprogramme im Fachhochschulbereich. Im Bereich der Anerkennungs- und Akkreditierungsfragen lag der Umsetzungsgrad in Österreich bereits bei 100 %. Nachholbedarf bestand für Österreich bei der Umsetzung des nationalen Qualifikationsrahmens sowie der Anerkennung von früher erworbenen Qualifikationen, wo Österreich im europäischen Durchschnitt lag.

 

Hauptthema war die Diskussion des Entwurfs des Leuven-Kommunikees Initiates file downloadPDF (55 KB), (Deutsche Version: Download, Initiates file downloadPDF (48 KB), Hinweis: Bei der deutschen Übersetzung handelt es sich um ein für den deutschen Sprachraum zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinschaftlich erstelltes Dokument. Im Zweifelsfall gilt die offizielle englische Version.)

 

Schwerpunkt für die nächsten 10 Jahre ist die vollständige Umsetzung aller Bologna-Ziele, insbesondere im Bereich der Studienarchitektur, der Qualitätssicherung, der Anerkennung, der Beschäftigungsfähigkeit und der Relevanz der Abschlüsse für den Arbeitsmarkt, der Stärkung der sozialen Dimension sowie im Bereich des lebenslangens Lernens und der internationalen Kooperation. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung der Mobilität gelegt mit dem Ziel, dass bis 2020 mindestens 20 % der Graduierten im Europäischen Hochschulraum einen studienrelevanten Auslandsaufenthalt absolviert haben. Eine bessere europaweite Datenlage soll insbesondere für die Bereiche Mobilität, soziale Dimension und Beschäftigungsfähigkeit das Monitoring verbessern.


Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftslage wiesen die MinisterInnen auf die wichtige Rolle der Hochschulbildung im Wissensdreieck Bildung – Forschung – Innovation für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung hin. Im Kontext der öffentlichen Verantwortung für die prioritäre Bereitstellung von Mitteln für Hochschulbildung gilt es aber auch, zusätzliche Finanzquellen für die autonomen Hochschuleinrichtungen zu erschließen.


Die Konferenz unterstrich die Bedeutung der partnerschaftlichen aktiven Teilnahme autonomer Hochschuleinrichtungen, der Studierenden sowie anderer Partner und Partnerinnen für die erfolgreiche Umsetzung des Prozesses.


Im Anschluss an die Bologna Follow-up MinisterInnen-Konferenz wurde das erste Opens external link in new windowBologna Policy Forum durchgeführt, in dessen Rahmen ein Erfahrungsaustausch aller Mitglieder am Bologna-Prozess mit VertreterInnen 15 interessierter Staaten aus allen Kontinenten stattfand.

 

2010 wird die Opens external link in new windowBologna-Ministerial Anniversary Conference anlässlich des für die Erreichung des Europäischen Hochschulraums vereinbarten Datums in Budapest und Wien stattfinden. Der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn nutzte die Konferenz in Leuven, um gemeinsam mit dem ungarischen Staatssekretär für Internationale Beziehungen im Ministerium für Bildung und Kultur, Ferenc Csák, die Bologna-MinisterInnen zu dieser Konferenz nach Budapest und Wien einzuladen. Im Mittelpunkt der Tagung wird die Diskussion der unabhängigen Bewertung des Prozesses stehen.
Darüber hinaus wird in Wien das Opens external link in new windowzweite Bologna Policy Forum stattfinden.